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Corona-Update V aus Sizilien

Italiens Gesetz zur Legalisierung von Feldarbeiter*innen
In der Corona-Krise wurde eins schnell klar: Italiens Wirtschaft ist abhängig davon, dass Feldarbeiter*innen für einen unverschämt niedrigen Lohn, teilweise nur 10€ am Tag, und ohne gültigen Arbeitsvertrag auf den Feldern arbeiten. Seit Jahrzenten handelt es sich dabei oft um als Geflüchtete nach Italien eingereiste Menschen, die ausgebeutet und an den Rand gedrängt werden.
 

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Arme gegen Arme

 
Etwa 50 bis 60 Menschen kamen bis Ende Juli allein jeden Nachmittag ins
Centro Astalli Catania
. Die Anlaufstelle hatte sich mit unserer und eurer Unterstützung völlig auf Corona eingestellt: Jede*r musste einzeln eintreten, es wurde Fieber gemessen und alle bekamen einen Mund-Nasen-Schutz. Nach Monaten der Schließung konnten medizinische Betreuung und Rechtsberatung endlich wieder stattfinden. Abgesehen von der Bedrohung einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat das Centro nun allerdings mit noch einem anderen Problem zu kämpfen: dem „Krieg der Armen untereinander“, wie es Elvira, die Leiterin des Centros, ausdrückt.
Bereits Anfang Juli war das Centro von der Schließung bedroht. Nachbar*innen hatten es bei der Polizei angezeigt, weil es angeblich Lärmbelästigungen durch die vor dem Zentrum in der Schlange wartenden Menschen gegeben habe. Elvira glaubt nicht, dass es der Lärm war, durch den sich Anwohner*innen belästigt fühlten. Schlangen gebe es überall, weil die Anzahl der Menschen in Innenräumen eben überall beschränkt werde. Glücklicherweise konnte das Zentrum die mit der Anzeige verbundene Schadenersatzklage erfolgreich abwehren. Der tatsächliche Grund für die Feindseligkeit der Anwohner*innen ist damit Elvira zufolge aber nicht aus der Welt: Rassismus.

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