Aktueller Stand

Mehr Rucksäcke für obdachlose Geflüchtete #onebagonename

37 Rucksäcke haben wir verteilt und damit Geflüchteten ein Stück Privatssphäre geschenkt.

Im August 2017 waren wir erneut vor Ort auf Sizilien. Neben der Recherche haben wir wie immer pragmatische Hilfe geleistet. Dazu gehört seit Langem die Verteilung unserer Soforthilfekits. Neben schneller Hilfe für obdachlose Geflüchtete bietet das auch immer die Möglichkeit, ihre Namen und Geschichten kennen zu lernen. Wir haben daher die Aktion #OneBagOneName ins Leben gerufen: In kurzen Tweets erzählen wir etwas über ihre Situation. Weil hinter jedem Rucksack ein Mensch mit einer einzigartigen Geschichte steckt, die es verdient gehört zu werden! Auch so können wir helfen.

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Seenotrettung im Mittelmeer und die inner-europäische Verantwortung für Flüchtlinge

Ein Gastbeitrag von Dr. Dana Schmalz, Postdoc am Max Planck Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen. 

Wenn sich Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) wie Ärzte ohne Grenzen oder SOS Mediterranée in der Seenotrettung engagieren, dann retten sie dabei in den Augen vieler BürgerInnen auch das europäische Gewissen – vor der Schande, in einer humanitären Krise untätig zu bleiben, vor der Schande, dass jeden Monat hunderte Menschen vor den südeuropäischen Grenzen ertrinken, die laut internationalem und europäischem Recht Anspruch auf Schutz hätten. Vierzig Prozent der Rettungseinsätze im Mittelmeer sind mittlerweile zivilgesellschaftlichen Organisationen zuzurechnen und ihre öffentliche Unterstützung versammelt diejenigen Stimmen, welche mit der Haltung der EU in Sachen Grenzschutz unzufrieden sind. Doch so konträr die Positionen bezüglich der Regulierung der europäischen Außengrenzen sind, so konträr sind sie auch mit Blick auf die Aktivitäten dieser Nichtregierungsorganisationen (NROs).

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Wasser schleppen, Kisten tragen, Zukunftspläne schmieden. Wie Projekt Seehilfe e.V. Geflüchtete in Siracusa und Catania unterstützt.

Erste Stationen auf unserer Fahrt im August 2017 sind eine Unterkunft für Geflüchtete bei Padre Carlo in Siracusa und die Tagesanlaufstelle Centro Astalli in Catania. Beide kennen und unterstützen wir schon seit Längerem.

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Projekt Seehilfe e.V. bei der Jugenkarlspreisverleihung 2017

Nationale Gewinner*innen des Jugendkarlspreises 2017

Als nationale Gewinner des Jugendkarlspreises für Deutschland nahmen wir am vergangenen Donnerstag an der Verleihung des Karlspreises teil. Im Vorfeld des großen Karlspreises wird jedes Jahr ein Preis auch an junge Europäer*innen verliehen, zu dessen Verleihung wir als deutsche Vertreter*innen nach Aachen geladen waren.

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Wir sind für den Europäischen Jugendkarlspreis nominiert!

Auf nationaler Ebene haben wir den Sieg damit schon eingeheimst, was uns sehr freut. Wir möchten aber die Chance nutzen, allen unsere Anerkennung auszusprechen, die diesmal nicht zu den Ausgezeichneten gehören.

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2. Sizilienfahrt 2016. Ein Abschlussbericht in 5 Fragen – Teil 5

Frage 5: Was ist das Ergebnis der Fahrt?

hhelp_sizilien_3025Am Sonntagmorgen des 28.8.2016 um 4.30 Uhr erreichte der Lkw in Siracusa sein letztes Ziel. Padre Carlo D’Antoni hatte schon Platz in einem Gemeinderaum gemacht, sodass sie morgens gemeinsam mit 20 PfadfinderInnen in Windeseile den Lkw leer räumen konnten. Neben den zahlreichen Kleiderspenden freute sich der Padre vor allem über die 300 Paar festen Schuhe, die wir dank der Spende von AWO International neu erwerben konnten. Die Geflüchteten, die als FeldarbeiterInnen oftmals ausgebeutet werden, haben meist keine Möglichkeit ihren Lebensunterhalt vom Lohn – zur Orientierung: 200 Kilo Tomaten (!) für 6€ – selbst zu bestreiten und sind auf Padre Carlos Hilfe angewiesen. Festes Schuhwerk ist bei der Feldarbeit und vor allem in den auch in Sizilien kalten Wintermonaten mehr als notwendig. Zusätzlich übergaben wir Decken, Isomatten, Zelte und, viel wichtiger, einen Stromgenerator, der notwendig ist, um in den abgelegenen Camps zumindest punktuell für Beleuchtung und Kochmöglichkeit zu sorgen.

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2. Sizilienfahrt 2016. Ein Abschlussbericht in 5 Fragen – Teil 3 & 4

Frage 3: Was kann, soll, muss getan werden?

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Anselm und Johanne freuen sich, dass schon der halbe LKW entladen ist.

In all dieser scheinbaren Ausweglosigkeit ist wichtig zu sagen, dass viele der (obdachlosen) Geflüchteten trotzdem nicht gewillt sind, passiv zu bleiben, dass sie trotz Perspektivlosigkeit Aufgaben suchen, sich durchschlagen, sich zusammen tun und auch Unterstützung von Menschen vor Ort bekommen. Ganz vorn dabei ist da der progressive Kirchenvater Padre Carlo D’Antoni, der nicht Ruhe gibt, solange die Situation so unhaltbar ist. Ausgezeichnet als Human Rights Defender von Amnesty International, setzt er sich schon lange für die Geflüchteten ein, beherbergt etwa 150 obdachlose Geflüchtete in seiner Kirche in Siracusa, hört nicht auf für Solidarität, Zusammenhalt und offene Grenzen zu predigen. Seit April 2016 arbeiten wir mit ihm zusammen und hatten schon so manche hitzige Debatte darüber, was wir noch alles tun können und müssen.

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2. Sizilienfahrt 2016. Ein Abschlussbericht in 5 Fragen – Teil 1 & 2

Die Mitglieder von Hanseatic Help e.V. und von Projekt Seehilfe e.V. bei Padre Carlo d'Antonio.

Die Mitglieder von Hanseatic Help e.V. und von Projekt Seehilfe e.V. bei Padre Carlo d’Antonio.

Frage 1: Was passierte in Sizilien?

Es gibt viele Gründe, warum diese unsere fünfte Fahrt nach Sizilien eine besondere war: Wir können mittlerweile auf ein gut ausgebautes Netzwerk an UnterstützerInnen, Gleichgesinnten und FreundInnen zurückgreifen. Jede Fahrt ist auch ein Wiedersehen und Kennenlernen. Vor allem aber war es das bisher größte in Angriff genommene Projekt, dessen Erfolg wir auch der Kooperation mit Hanseatic Help e.V. zu verdanken haben: Gemeinsam bepackten wir einen riesigen LKW mit 14 Tonnen Hilfsgütern und sammelten viele Spenden, um vor Ort nach Bedarf direkte Unterstützung leisten zu können. Schließlich brachen Johanne, Phil und Hendrik in Begleitung von Dennis Leiffels (einem Reporter des ARD-Film-Kollektivs „Y-Kollektiv“) mit dem Flugzeug auf eigene Kosten auf. Unsere unvergleichlichen Trucker Anselm und Andrea von Hanseatic Help e.V. brachten derweil den Transporter auf die Straße.

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Der Tropfen auf den heißen Stein

Mustafa* steht neben mir und blickt mich an. Ich habe ihm gerade die Visitenkarte vom Projekt Seehilfe e. V., mit dem ich hier in Siracusa, Sizilien bin, gegeben. Zuerst habe ich sie nur seinem weitaus gesprächigeren Freund in die Hand gedrückt. Aber weil er direkt daneben steht, fühlt es sich falsch an, ihm keine zu geben. Als er sie in der Hand hält, sieht es trotzdem so aus als ob er nicht so recht wüsste, was er damit anfangen soll. Er lächelt zaghaft und mir wird klar, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege. Er bedankt sich höflich, bleibt vor mir stehen und wir blicken uns kurz wortlos an. Wir haben das ganze Abendessen lang kein einziges Wort miteinander gewechselt und eben noch hatte es den Anschein, als ob er abhauen wollte. Doch plötzlich kommen wir ins Gespräch. Ich weiß nicht mehr, warum und wie. Wahrscheinlich begann es mit einer jener Fragen, die wir in der letzten Zeit so häufig gestellt haben: „Wo kommst du her?“ Dann fängt er an zu erzählen.

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Mit Schweiß und Spucke: Ein voller Hilfstransport will erst einmal entladen werden

Zivilschutz

Der Morgen beginnt mit Blaulicht an einer Esso-Tankstelle bei Augusta. Wir sind mit dem Zivilschutz verabredet, der uns und den LKW hier abholt. Wir folgen Luigi und seinen Helfern zum Lager des Zivilschutzes Augusta. Da es an Wochenenden in Italien ein allgemeines Fahrverbot für LKW gibt, ist diese Eskorte äußerst hilfreich. Der Zivilschutz ist im weitesten Sinne mit dem deutschen THW zu vergleichen. Im Augenblick sind sie an vielen Orten in den Häfen Siziliens für die Erstversorgung der ankommenden Geflüchteten zuständig. Sie versorgen sie mit einer Grundausstattung an Kleidung und einem Hygiene-Kit. Uns ist klar, dass sie diese Arbeit täglich verrichten und so kontinuierlich Hilfe leisten. Das ist sehr beachtlich.

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