Allgemein

Unser Logo – unkompliziert schön

Der Projekt Seehilfe e. V. hat ein neues Logo: einen Knoten.

Auf Twitter und Facebook ist es schon zu sehen, und wenn wir uns HTML-Kenntnisse angelesen haben, bauen wir es auch auf dieser Seite ordentlich ein: das neue, blau-weiße Logo des Projekt Seehilfe e. V. Im Zentrum steht ein Knoten. Die Deutung ist einfach: Der Knoten bringt und hält zusammen. Er unterstützt dort, wo er gebunden wird. Unser neues Markenzeichen spiegelt die Art, wie wir arbeiten und was wir mit unserer Arbeit erreichen wollen.

Die Entstehungsgeschichte ist eine auffällig unkomplizierte. Wir selbst sind grafisch talentfrei, waren also auf Hilfe angewiesen. Jemand folgte jemandem aus Jena auf Instagram, der tolle Sachen mit Adobe-Programmen anstellen kann. Problem: Folgen ist nicht gleich kennen. Aber Fragen kostet ja nichts.

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Projekt Seehilfe im Jahr 2015

Der Projekt Seehilfe e. V. möchte sich bei alle UnterstützerInnen bedanken und hofft, dass die Flüchtlingshilfe 2015 genauso erfolgreich wird. Wir, das Projekt Seehilfe, wollen uns an dieser Stelle bedanken. Auch wenn unsere Reise nach Sizilien nun schon einige Monate zurückliegt und sich in der Zwischenzeit einiges getan hat: Aus der spontanen Aktion ist ein langfristiges Projekt geworden.

Wir wollen uns bedanken, weil wir die Resonanz, die wir im vergangenen Jahr beim Sammeln erfahren haben, niemals erwarten konnten. Sowohl in Bremen, im Münsterland als auch in Jena haben die Menschen Unmengen gespendet. Finanziell wurden wir sogar deutschlandweit unterstützt. Ein großes Danke dafür.

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Das informelle Lager: Hotel Islamabad

puppe_eingang_swSchon als wir auf die Straße Richtung Lager abbiegen, verändert sich das Bild. Entlang der Straße laufen Menschen in zerschlissenen Kleidern. Sie sind in Gruppen unterwegs, oder alleine. Einige sitzen am Straßengraben. Nach einer Weile erscheint ein großer, nicht einsehbarer Komplex: Baracken stehen in Reih und Glied, umgeben von einem hohen Zaun. Vor dem Tor stehen Menschengrüppchen. Als sie das Auto unserer Begleiter erkennen, laufen sie in Richtung eines nahen Schotterplatzes.

Dort parken wir, um die mitgebrachten Lebensmittel zu verteilen. Die Menschen, die uns schnell umringen, sind überwiegend Pakistani und Afghanen. Sie leben nicht im Lagerkomplex. Sie wohnen auf der gegenüberliegenden Straßenseite – unter einer Autobrücke. Um in dieses informelle Lager zu gelangen, erklimmen die Bewohner eine kleine Mauer und klettern durch einen kaputten Maschendrahtzaun. An ihm hängen Kleidungsstücke, Handtücher, auch eine blonde Puppe haben die Bewohner als Dekoration befestigt. Ihre Behausungen dahinter sind aus Planen und Holzresten errichtet. Zelte und kleine Sitzgruppen aus Plastikstühlen stehen dazwischen.

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Die Flucht: Gambia – Libyen – Sizilien

Eine lässige Sonnenbrille trägt Foday auf dem Kopf. Er hat sie sich selbst gekauft. Das Geld hat ihm ein italienischer Journalist gegeben, der seit einiger Zeit mit den Jungen im Erstaufnahme-Camp für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge lebt und ihre Situation dokumentiert. Für andere Journalisten ist es ohne Schreiben der zuständigen Beamtin nicht gestattet, mit den Jugendlichen auf der schmalen Terrasse vor dem Haus an der Kirche zu sprechen. Auf der anderen Straßenseite sei das aber kein Problem, erklärt eine der Betreuerinnen.

Auf der kleinen Piazza vor der Kirche sitzen die Jugendlichen, einige auf Bänken, andere auf Plastikstühlen. Sie haben ein abgewetztes Kartenspiel und einen Minikicker, mit dem sie allabendlich die Zeit totschlagen.

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Projekt Seehilfe im Akrützel

Nachdem es hier einige Zeit etwas ruhiger zuging, starten wir in eine neue Runde! Heute erscheint das aktuelle Akrützel – die Jenaer Hochschulzeitung – für das wir einen Artikel über unsere Erfahrungen geschrieben haben. Außerdem haben wir zwei weitere Geschichten in Worte gefasst, die wir in den kommenden Tagen mit euch teilen wollen.

In den nächsten Stunden sollte das Akrützel-Heft auch online gehen, sodass alle, die nicht in Jena sind, auf den Artikel zugreifen können.

Ende November haben wir ein Treffen der Kerngruppe geplant, das wir dazu nutzen wollen, um zu beraten, wie es weitergehen soll. Eines ist aber vollkommen klar: Es wird weiter gehen!

Unsere Kontakte auf Sizilien bestehen und wir sind guter Hoffnung, dass ein Projekt, das gerade anläuft, eine Basis bieten könnte, für uns auch in Zukunft Anknüpfungspunkt zu sein.

Johanne

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Fotos im Witness Journal

Für eine Woche übernimmt Projekt Seehilfe den Instagram-Account des Witness Journal und posten dort einige Bilder. Das bietet uns die Möglichkeit, auch andere Menschen zu erreichen. Wenn ihr mal reinschauen wollt, seid ihr herzlich eingeladen.

Fotografisch sind uns unsere Vorgänger wohl ein bisschen vorraus, schaut euch ihre Fotos also unbedingt an

Unser Account.

Philipp

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Die Flucht: Ägypten – Rom – Sizilien

Die Gemeinschaftsküche ist aufgeräumt, eine Tüte mit Weißbrot steht auf jedem Tisch. Nassr* nimmt eine Flasche Saft aus dem Kühlschrank und schenkt uns Saft ein. Es ist schwer zu sagen wie alt er ist, Mitte 30 vielleicht. Aber schätzen kann man das kaum, bisher waren alle Flüchtlinge um einiges jünger, als wir dachten. Nassr spricht leise, aber sein Englisch ist sehr klar. Er erzählt von seinem Leben, dass er im Juni 2013 hinter sich ließ: In Ägypten hat er Ingenieurswesen studiert und bei einem weltweit führenderen Elektronikhersteller in der Entwicklungsabteilung gearbeitet. Er habe sehr gut verdient, sagt er. Doch irgendwann hätten die Probleme angefangen.

Er als Christ habe Drohungen von seinen Kollegen erhalten. Anfangs seien noch ca. 10 Prozent der Angestellten Christen gewesen, doch mit der Zeit wären von ihnen immer mehr gegangen. Schlussendlich war er der einzige. Täglich kam es zu Anfeindungen, im ganzen Land brannten Kirchen. Als in seinem Wohnviertel Kinder und ganze Familien verschwanden, habe er die Angst nicht mehr ertragen können. Mit seiner Frau und den zwei kleinen Kindern sei er unvorbereitet zum Flughafen gefahren und habe einen der ersten Flüge gebucht, die ihn nach Europa brachten. So begann ihre Flucht nach Italien.

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Schwanger auf der Flucht

Nigeria

„I was at the doctor’s, but I couldn’t get in… I don’t have the documents yet, so he told me to pay and we couldn’t. We have to go back next week.“ Während die 26-jährige Mary* aus Nigeria dies erzählt, atmet sie schwer. Sie ist hochschwanger und erwartet ihr erstes Kind in drei Wochen. Hinter uns auf einem Tisch stehen Diabetesmedikamente, weil sie Schwangerschaftsdiabetes hat. Was, wenn sie schnell Hilfe bräuchte?

Zusammen mit ihrem Mann kam sie vor 2 Jahren nach Ragusa, wo sie heute mit ihm in einer eigenen Wohnung lebt. Sie haben eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung und müssen sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Ihre Ein-Zimmer-Wohnung kostet 150 Euro und liegt in der heruntergekommenen Altstadt Ragusas. Um die Miete und alles weitere zu bezahlen, geht Marys Mann jeden Tag am Supermarkt betteln. Theoretisch dürften beide arbeiten. Eine Beschäftigung zu finden erscheint für sie in einer Region, in der allein die Jugendarbeitslosigkeitsrate bei 50 Prozent liegt, allerdings unmöglich.

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Spendenzwischenbericht

Neben der Berichterstattung aus Sizilien haben wir natürlich nicht vergessen, dass wir einen Transporter voller Spenden und auch noch einiges Geld auf dem Konto haben. Hier folgt also unser Spendenzwischenbericht.

Am Dienstag haben wir einen Teil unserer Spenden im Lager der beiden Sozialarbeiter abgeladen, mit denen wir zusammen arbeiten. Sie betreuen Flüchtlinge in Camps und verteilen die Spenden so bedarfsgerecht. Außerdem stehen sie in Kontakt zu Familien und Einzelnen, die nicht mehr in einem Camp untergebracht sind.

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Pozzallo, die Stadt des Ankommens

Über der Stadt brennt die Sonne. Auch Anfang September steigt das Thermometer ohne Mühe über die 30-Grad-Marke. Das Meer liegt ruhig vor der Küste. Diese Stille wird uns den ganzen Tag begleiten. Für die meisten Menschen um uns herum ist sie wohl erholsam, für uns erscheint sie trügerisch.

Pozzallo, eine der südlichsten Städte Siziliens, gilt seit der Schließung der Flüchtlingslager auf Lampedusa als der Ankunftsort für Menschen, die sich ein neues, vor allem sichereres Leben in Europa versprechen. Die 19.000-Einwohner-Stadt ist umgeben von Stränden, dazwischen befindet sich der Hafen.

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