Sizilien

2. Sizilienfahrt 2016. Ein Abschlussbericht in 5 Fragen – Teil 1 & 2

Die Mitglieder von Hanseatic Help e.V. und von Projekt Seehilfe e.V. bei Padre Carlo d'Antonio.

Die Mitglieder von Hanseatic Help e.V. und von Projekt Seehilfe e.V. bei Padre Carlo d’Antonio.

Frage 1: Was passierte in Sizilien?

Es gibt viele Gründe, warum diese unsere fünfte Fahrt nach Sizilien eine besondere war: Wir können mittlerweile auf ein gut ausgebautes Netzwerk an UnterstützerInnen, Gleichgesinnten und FreundInnen zurückgreifen. Jede Fahrt ist auch ein Wiedersehen und Kennenlernen. Vor allem aber war es das bisher größte in Angriff genommene Projekt, dessen Erfolg wir auch der Kooperation mit Hanseatic Help e.V. zu verdanken haben: Gemeinsam bepackten wir einen riesigen LKW mit 14 Tonnen Hilfsgütern und sammelten viele Spenden, um vor Ort nach Bedarf direkte Unterstützung leisten zu können. Schließlich brachen Johanne, Phil und Hendrik in Begleitung von Dennis Leiffels (einem Reporter des ARD-Film-Kollektivs „Y-Kollektiv“) mit dem Flugzeug auf eigene Kosten auf. Unsere unvergleichlichen Trucker Anselm und Andrea von Hanseatic Help e.V. brachten derweil den Transporter auf die Straße.

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Der Tropfen auf den heißen Stein

Mustafa* steht neben mir und blickt mich an. Ich habe ihm gerade die Visitenkarte vom Projekt Seehilfe e. V., mit dem ich hier in Siracusa, Sizilien bin, gegeben. Zuerst habe ich sie nur seinem weitaus gesprächigeren Freund in die Hand gedrückt. Aber weil er direkt daneben steht, fühlt es sich falsch an, ihm keine zu geben. Als er sie in der Hand hält, sieht es trotzdem so aus als ob er nicht so recht wüsste, was er damit anfangen soll. Er lächelt zaghaft und mir wird klar, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege. Er bedankt sich höflich, bleibt vor mir stehen und wir blicken uns kurz wortlos an. Wir haben das ganze Abendessen lang kein einziges Wort miteinander gewechselt und eben noch hatte es den Anschein, als ob er abhauen wollte. Doch plötzlich kommen wir ins Gespräch. Ich weiß nicht mehr, warum und wie. Wahrscheinlich begann es mit einer jener Fragen, die wir in der letzten Zeit so häufig gestellt haben: “Wo kommst du her?” Dann fängt er an zu erzählen.

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Mit Schweiß und Spucke: Ein voller Hilfstransport will erst einmal entladen werden

Zivilschutz

Der Morgen beginnt mit Blaulicht an einer Esso-Tankstelle bei Augusta. Wir sind mit dem Zivilschutz verabredet, der uns und den LKW hier abholt. Wir folgen Luigi und seinen Helfern zum Lager des Zivilschutzes Augusta. Da es an Wochenenden in Italien ein allgemeines Fahrverbot für LKW gibt, ist diese Eskorte äußerst hilfreich. Der Zivilschutz ist im weitesten Sinne mit dem deutschen THW zu vergleichen. Im Augenblick sind sie an vielen Orten in den Häfen Siziliens für die Erstversorgung der ankommenden Geflüchteten zuständig. Sie versorgen sie mit einer Grundausstattung an Kleidung und einem Hygiene-Kit. Uns ist klar, dass sie diese Arbeit täglich verrichten und so kontinuierlich Hilfe leisten. Das ist sehr beachtlich.

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Kisten, Klamotten, Kumpels

Anselm und Andrea, der Trucker und die Truckerin von Hanseatic Help, haben es geschafft. Der LKW steht in Catania und morgen soll das Abladen beginnen. Doch wie immer (in Italien) kommt es anders als man denkt. Walter und seine MitarbeiterInnen waren sich ganz sicher, dass das mit dem Tor und dem LKW passt, doch als der Koloss davor steht, sind sich alle einig: „Das wird nix!“.

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Illegalisierte Tagelöhner: Und wir sind Teil des Geschäfts

Die Unterkünfte der Wanderarbeiter

Die Unterkünfte der Wanderarbeiter

Zum Frühstück ein paar Scheiben Tomate-Mozzarella gehabt? In der Mittagspause dann einen Teller Salat und abends leckere Pasta al’Arrabiata mit Freunden gekocht? Das ist alles nicht überkandidelt oder schmeckt nach Blutdiamanten. Aber wo die runden, roten Vitaminbomben herkommen und was sie für eine Geschichte hinter sich haben, das wissen wahrscheinlich die wenigsten.

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Mit uns kommen auch 500 Geflüchtete in Sizilien an

Background

Die Aquarius von SOS Mediterranee

Im Jahre 1939 veröffentlichte John Steinbeck den Roman “Früchte des Zorns”. Darin beschäftigt er sich mit dem Schicksal einer Familie, die sich dazu entschließt, gemeinsam ihr Zuhause zu verlassen und im Westen des Landes eine neue Heimat und vor allem Arbeit zu finden. Das Setting des Romans ist die USA zur Zeit, als die Farmer des mittleren Westens der vereinigten Staaten, getrieben vom Dust Bowl und der großen Depression, aus wirtschaftlicher Not heraus nach Kalifornien aufbrechen. Neben der beschwerlichen und zum großen Teil von Hoffnung getriebenen Reise der (von der einheimischen Bevölkerung Kaliforniens abfällig als) “Oakies” bezeichneten Landbevölkerung beschreibt Steinbeck ebenso einfühlsam wie realistisch, mit welchen Widrigkeiten diese Menschen sich in ihrer neuen Wunschheimat konfrontiert sehen. Kein Überangebot an fair entlohnter Arbeit, kein Verständnis von der einheimischen Bevölkerung, keine Zukunft im Lande Eden. Dafür bestimmen Arbeitslager, Ablehnung und offener Hass der ansässigen Bevölkerung die Verzweiflung der Geflüchteten im eigenen Land.

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Eine Nummer größer

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In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind beinahe 68.000 Geflüchtete in Italien angekommen. Die Erfahrungen, die wir während unserer Sizilienfahrten gesammelt haben, zeigen besonders eins: Wenn sie die gefährliche Überfahrt überleben, geht das Martyrium der Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Europa weiter. Besonders die Situation in Sizilien wird immer dramatischer, die Lebensbedingungen der Geflüchteten immer unerträglicher.

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Sea Watch und leere Bestände bei PartnerInnen in Pozzallo

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Die Seehilfe-Crew in Sizilien von links nach rechts: Philipp, Ina, Felix und Johanne.

Am 14. April machten sich vier von uns, Phil, Felix, Ina und Johanne, mit einem vollgepackten Transporter wieder auf den Weg nach Sizilien. Wie schon bei vergangenen Fahrten konnten wir wieder großartige Spenden – Medikamente, Hygieneartikel und Trainingsanzüge – aus Deutschland mitnehmen. Diese erwiesen sich vor Ort als bitter nötig: Die Reserven des Centro Astalli, einem unserer ersten Anlaufpunkte, waren aufgebraucht. Um uns auf die Treffen mit anderen UnterstützerInnen vorzubereiten, begannen wir schnell damit, die Spenden für die jeweiligen Hilfseinrichtungen vorzubereiten. Bereit am ersten Tag gewannen wir neue ParternInnen: Wir trafen Crewmitglieder der Sea Watch 2 in Pozzallo.

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Die Seehilfe fährt wieder nach Sizilien – in zehn Tagen geht es los

Vorbereitungstreffen in Bremen

Vorbereitungstreffen in Bremen

Wir werden in Kürze aufbrechen, um den Ankommenden und Angekommenen unsere Unterstützung zuteil werden zu lassen. Dringend benötigte Kleidung, Medikamente und Hygieneartikel werden von uns nach Sizilien gebracht. Vor Ort werden wir dann weiter recherchieren, wie die Situation ist und was gebraucht wird, sodass wir spontan auf die Bedarfslage reagieren und helfen können. Wir brauchen hierfür aber eure Unterstützung, damit wir effektiv Hilfe leisten können. Zwei Wochen werden wir vor Ort sein, euch über die aktuelle Lage aufklären und über unsere Arbeit berichten.

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Wie ihr uns helfen könnt:

Momentan arbeiten wir an einem Weg, der es auch Menschen ermöglicht uns zu unterstützen, die nicht in unmittelbarer Umgebung von Bremen oder Münster leben.

 

Schritt 1: Wählt eine der vielen Möglichkeiten!

Schritt 2: Kontaktiert uns!

Schritt 3: Seid dabei!

Möglichkeit a: Ihr habt einige Sachen, die ihr uns gerne zur Verfügung stellen wollt. Auch in diesem Fall solltet ihr uns einfach eine Mail schreiben. Dann können wir überlegen, ob es für uns möglich ist die Sachen abzuholen oder es ihr sie uns einfach per Post schickt. (eine Mail wäre deswegen gut, weil wir einen größeren Lagerraum im Münsterland zur Verfügung haben. Falls ihr euer Paket also direkt dorthin schicken könnt, wäre hier in Bremen mehr Platz zum organisieren. Die Adresse würden wir euch sofort zuschicken)

Möglichkeit b: Ihr möchtet euch an den Tank-, Maut bzw. Fährkosten beteiligen. Hierfür richten wir gerade ein gesondertes Konto ein. Wenn es soweit ist, werden wir euch darüber informieren. Da wir kein eingetragener Verein sind, können wir keine Spendenquittungen ausstellen. Eine Alternative wäre es uns einen Tankgutschein zu kommen zu lassen. Diese sind bei fast allen großen Tankstellenketten erhältlich.

Möglichkeit c: Wenn ihr ein bisschen mehr Energie habt, könnt ihr einen eigenen Sammelpunkt einrichten. Besonders günstig wären Punkte, die sich in unmittelbarer Nähe zu unserer Wegstrecke befinden, sodass wir uns einfach auf der Strecke treffen könnt.

Möglichkeit d: Ihr habt eine tolle andere Idee: einen Benefizabend, eine Spendendose in eurem Laden oder eine Stromertour druch Geschäfte in eurer Umgebung? Erzählt uns davon und wir sind dabei!

Möglichkeit e: Erzählt allen von diesem Projekt! Twittert es, bloggt darüber (zum Benatworten von Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung), plaziert es in der Presse!

 

Los geht’s

Hanne

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